LÄSTERLICHES
SPELEOTEK

Wir bitten LÄSTERLICHES als MIRROR (Artikelspiegelung) zu kopieren.
Es sollen heiße Eisen besprochen werden, die nicht jedem gefallen. Hier könnte man uns unter Druck setzen, Seiten zu löschen. Auf jeden Fall soll unter LÄSTERLICHES das besprochen werden, was in der Regel in kaum einer Dokumentation mit Schriftleitung so Abdruckbar wäre. Hier handelt es sich ausschließlich um private Meinungen. Alles ist als Arbeit im Sinne des Presserechts anzusehen.

FRAUENTÜRME Vorschlag eines Vereinlogos
HINTERDENKIGES über Tendenzen von Verboten allgemein
SCHWARZBACHQUELLHÖHLE : die Öffentlichkeit ist ausgesperrt
SCHEUKOFEN mit dem tödlichen Tauchunfall vor vielen Jahren
SALZGRABENHÖHLE und die neuen Reglementierungen 1998
ÖSTERREICHISCHES HÖHLENRECHT
ZUGESCHISSENER SCHACHT
FRUSTRIERENDES NAHE DER SAUGASSE
FLEDERMÄUSE und der Bund für Vogelschutz
PREDIGTSTUHLSCHACHT
ETWAS ZUM SCHMUNZELN oder der Amtsschimmel wiehert auch in Österreich

 

 

 

FRAUENTÜRME



Die Münchner Frauentürme sind eines der wichtigsten Wahrzeichen von München. Als der Höhlenverein in München ein neues Vereinslogo suchte, waren alle aufgefordert Vorschläge für ein neues Logo zu machen. Leider wurde dieser einprägsame und kostenlose Vorschlag nicht angenommen. Hier musste ein bezahltes Logo bis heute herhalten. So kamen bis heute die Münchner Frauentürme nicht zum tragen. Schade

 

HINTERDENKIGES über Tendenzen von Verboten in der Natur allgemein

Einige Mitmenschen hätten gern ihre Mitbürger auf kleinsten Raum zum Arbeiten und Leben zurückgedrängt. Historisch gesehen ist das sogar ein Fortschritt, wenn man Dich heute und jetzt nur mit Vorschriften traktiert, damit Du Dich schleichst. Unsere Vorfahren haben ihre Interessengegner so lange mit der Keule auf den Kopf gehauen bis diese tot waren oder sich sehr schnell zum Rückzug entschlossen haben. Früher war so ein Rückzug noch möglich. Im laufe der Jahrhunderte hat sich das deutlich geändert.
Heute hat ein Platzkampf eine völlig neue Qualität. Es gibt keine räumlichen Rückzugsmöglichkeiten mehr. (Wenn manche Tiere zwangsweise zusammengesperrt werden gibt es oft Kämpfe auf Leben und Tot. Die freie Natur hat normalerweise eine Fluchtmöglichkeit vorgesehen.) Wo Du auch hingehst, irgend wer ist schon da. (Selbst unter den Isarbrücken in München hättest Du als Obdachloser Platzprobleme) NUR TOLERANZ UND RÜCKSICHTNAHME VERBUNDEN MIT SELBSTDISZIPLIN ERMÖGLICHT DIE GEMEINSAME NUTZUNG UNSERER INZWISCHEN ZU KLEINEN WELT. Hier nehmen zu wenige zuviel für sich in Anspruch. Ideal wäre es, dass die Bevölkerung in einem WOHNKLO 1.5 mal 2.5 Meter die Welt am Bildschirm erlebt.
Wer weniger Geld hat, sollte sich möglichst nur in künstlichen Welten bewegen. Das sind zur Zeit die zunehmenden Freizeitparks oder künstliche Kletterwände, natürlich auch künstliche Freibäder. Künstliche Höhlen gibt es auch schon.
Die Industrie braucht zunehmend immer mehr Platz für Fabriken mit immer weniger arbeitenden Menschen. Es werden immer mehr Zäune mit immer perfekterer Überwachung und Verboten errichtet. Auch der Gesetzgeber fördert solche Tendenzen, dass immer weniger Platz für die normalen Menschen übrig bleibt. Dazu gehört als Erfüllungsgehilfe auch das Haftungsrecht. DAS ABSPERREN, VERBIETEN UND ZUBETONIEREN UND VERGIFTEN VON LANDSCHAFTEN WIRD ZU OFT ALS NOTWENDIG UND NORMAL EMPFUNDEN. An anderer Stelle darfst Du die Wege nicht verlassen. Auch das Verfallen lassen von Wegen hat Methode, weil ein bestehender Weg nur schwer zu sperren ist. Besonders verlogen waren die Betretungsverbote wegen Gamsräude.

Bedenke und registriere, wir haben unsere Ketten schon längst in das Gehirn verlagert.
Unsere Kinder wachsen in künstlichen Spielanlagen auf. Dazu gehört auch Deine Spielanlage Internet. Auch einen Streichelzoo kann die Natur nicht vermitteln.

Was ist ein Botanischer Garten gegen die majestätische Pflanze Türkenbund im Untersberg. Oder was ist ein Steinbock, eingesperrt und gegen Geld zu besichtigen, gegen das selbstbewusste Auftreten der Steinböcke im Steinernen Meer. Es ist gewaltig, wie überlegen Steinböcke ihre Welt bewohnen. Dagegen sind wir Menschen mehr als unbeholfen. Wir Menschen sind in diesem Lebensraum nur zu Besuch und wir müssen uns immer wieder in unsere Häuser zurückziehen. Nur die Schusswaffen konnten Steinböcke bisher bedrohen. Dagegen hat die Natur die Steinböcke leider nicht vorbereitet.

Zahle brav Deine Steuern für noch mehr Reglementierungen. Diejenigen die Dich aus der Natur rausschmeißen, werden zumeist von Deinen Steuergeldern dafür bezahlt. Gleichere Mitbürger genießen inzwischen den immer weniger werdenden Rest an Natur. Danke für Deine Mitarbeit.

Also rein ins WOHNKLO und bitte nur noch Höhlenfilme ansehen. Natürlich zukünftig Multimedia und interaktiv und superaffenfotzengeil.

F & J  Obendorf


 
 

SCHWARZBACHQUELLHÖHLE (SCHWARZBACHLOCH) : die Öffentlichkeit ist ausgesperrt

Mit dem Oberbayrischen Amtsblatt  wurde veröffentlicht, ein neues Naturschutzgebiet SCHWARZBACH auszuweisen.
Verordnung über das Naturschutzgebiet "Schwarzbach" in den Gemeinden Ramsau b. Berchtesgaden und Schneizlreut, Lkr. Berchtesgadener Land.
8. August 1996 820-8622-7/86
Der Grund ist: Hier wollte man dem Canyoningsport Einhalt gebieten. Es ist richtig, dass hier von diesem Sport eine nennenswerte Naturbelastung ausgehen könnte. Darum hat der Landkreis Berchtesgadener Land einen radikalen Rundschlag mit Verboten gegen jeden Bürger verordnet. Natürlich hat man nicht vergessen die Pfründe und Privilegien traditioneller Nutzer wie z.B. die Jagdinteressen auszuklammern.
Die Verwaltungsbehörde muss sich fragen lassen ob Sie nur den sieht, wer Geld bringt. Es ist ja so einfach Bürger ohne Lobby auszusperren und das gleichzeitig als praktizierten Umweltschutz zu verkaufen. Für den großen Umweltschutz kann man ja sowieso wenig tun. Es ist nicht in Ordnung das Volk pauschal auszusperren. Die Schwarzbachhöhle ist juristisch dicht.
Zur SCHWARZBACHQUELLHÖHLE selbst: Nur der Eingang der Höhle liegt im Naturschutzgebiet. Die Nutzung dieser Höhle als Anschauungsobjekt stellt keine nennenswerte Gefahr für die Natur dar, auch wenn Menschen diese Höhle besuchen besteht keine Gefahr für Mensch und Umwelt. Hier kann nahezu nichts zerstört oder belastet werden. Auch gibt es hier kein nennenswertes Sicherheitsrisiko. (Natürlich hat des Tauchen in Höhlen einen besonderen Sicherheitsaspekt.) In der Regel wurde diese Höhle besucht um ein phantastisches Naturphänomen beobachten zu können. Hier werden jetzt die normalen Bürger ausgesperrt. Das ist nicht in Ordnung. Diese Höhle ist bestens geeignet ohne jede Gefahr für die Natur, Mitbürgern als Schulungsbeispiel dienen zu können. Wenn die Wasseraktivität zunimmt ist immer noch genügend Zeit und Gelegenheit diese Höhle sicher zu verlassen.
Die Schwarzbachquellhöhle entwässert Teile der Reiteralm. Die Reiteralm ist grenzüberschreitend zur Republik Österreich. Die Wasserschüttung ist sehr unterschiedlich. Das geht von sehr wenig, bis zu einem tosenden Wasserspeier, der Wasser meterweit ausspuckt. Diese Höhle eignet sich hervorragend den alpinen Karst am Objekt zu erklären ohne große Wegstrecken bis zum Höhleneingang bewältigen zu müssen.
Es ist nicht in Ordnung, bei einem solchen Objekt mit einem Rundschlag, die Bevölkerung auszusperren. Die zunehmende pauschale Bürgeraussperrerrei ist zum Kotzen.


 

SCHEUKOFEN mit dem tödlichen Tauchunfall vor vielen Jahren 12.04.1975

Da wir beide Ertrunkenen persönlich kannten möchten wir eine Korrektur der Darstellung dieser Ereignisse versuchen. In der Literatur ist die mögliche Wahrheit nicht zu finden. Aus den unterschiedlichsten Gründen ist die Wahrheit manchmal unangebracht.
Poldi Wiener und Günter Hackl waren sehr unterschiedliche Charaktere. Poldi war ein Bilderbuchhafter Chaot. Günter war ein bedachter abwägender Mensch. Es ist nur der Überredungskunst von Poldi zuzuschreiben, dass es zu dieser tödlichen Tauchbefahrung kommen konnte. Warum sich Günter darauf eingelassen hat bleibt im Dunklen. Tatsache ist, dass vergleichbare lebensgefährlichen Abenteuer, vom Poldi organisiert, schon vorher stattfanden. Poldi kann man Höhlenerfahrung zugestehen. Taucherfahrung hatte er nicht. Günter war ein wirklich guter Freiwassertaucher mit wenig Höhlenerfahrung.
Beide waren dem tödlichen Irrtum erlegen, in der Höhle Neuland ertaucht zu haben. Sie kamen beim ersten Tauchgang zurück und berichteten davon die bekannten Teile verlassen zu haben. Beim nächsten Tauchgang rutschte die Orientierungsleine in eine Spalte mit einer kleinen Erweiterung. Günter ist an diesem Irrtum beim Rückweg gescheitert und hat sein Tauchgerät lehr geatmet. Poldi muss dieses Problem gemerkt haben. Er ist zurück (weiter nach innen) getaucht und hat die für ihn typische Panik gekriegt. Er hat sein noch ausreichend volles Tauchgerät an der Wasseroberfläche abgeworfen um aus dem Wasser zu klettern. Das Klettern gelang ihm nicht. Darum ist er bis zu seinem Erschöpfungstod im vermutlich dunkeln geschwommen.
Bei der Rettungsaktion, die nur noch eine Leichenbergung war, ist ein sehr lehrreicher Fehler gemacht worden. Das Leben der beiden war schon verloschen. Der Umgang mit den Medien war hier dramatisch falsch. Hier wurden Informationen wild gestreut. Die Presse war mit großem Aufwand vor Ort. Plötzlich rennt ein Retter mit erfreuter Brüllerei aus der Höhle wir habe Sie gefunden, wir haben Sie gefunden. Die ganzen Medienleute rannten los um ihren Redaktionen zu berichten, und entsprechend waren die Falschmeldungen. Die Rache der Presse kam prompt am nächsten Tag. Wir Höhlenretter haben aus dieser Situation gelernt. Andere Rettungsaktionen haben von dieser Erfahrung profitiert.
Im Kapitel über die Salzgrabenhöhle und dem Riesenklamauk um den Nichtunfall wird einiges geschrieben. Hier haben die Medien eine gigantische Eigendynamik entwickelt. Hier wurden die Interessen der Nationalparkverwaltung voll aufs Kreuz gelegt. Nur keinem Höhlenforscher kann vorgeworfen werden, bei diesem Blödsinn mitschuldig zu sein. Wir haben gelernt.


 

SALZGRABENHÖHLE und die neuen Reglementierungen 1998

Die Nationalparkverwaltung nutzt ihr Hausrecht um die Salzgrabenhöhle zunehmend immer strenger zu reglementieren. Die neueste Reglementierungen kommt einer Aussperrung sehr nahe. Ob der Gesetzgeber die Aussperrung von anständigen Bürgen im Nationalpark so gemeint hat, ist diskutierenswert. Schon für frühere Reglementierungen wurde in der Vergangenheit (bis heute) unaufrichtig argumentiert. Nur diese früheren Reglementierungen waren, wegen ihrer positiven Auswirkungen für die Höhle, hinzunehmen.
Der vermutlich teuerste Höhlenverschluss in Deutschland wurde fallweise unaufrichtig begründet. Z.B. Fledermausschutz wurde prostituiert. Nach jahrelangen hartnäckigen Nachfragen bei Kennern dieser Höhle gelang es mir erst jüngst (1998) erstmals aus erster Hand zu erfahren, dass tatsächlich einzelne Tiere vorkommen. Bisher war ich der Meinung, diese Tiere müssen gefesselt und geknebelt erst reingetragen werden. Auf keinen Fall ist und war die Salzgrabenhöhle ein nennenswertes bekanntes Fledermausquartier. Es gibt nahezu keine paläontologischen Belege, dass in der Vergangenheit Fledermäuse in der Salzgrabenhöhle eine Rolle gespielt haben.
Das Betretungsverbot während des Winters ist wissenschaftlich unhaltbar.

Der Verschluss von der Salzgrabenhöhle hat nur zwei greifbare Gründe:
1) Wer im Berchtesgadener Land wenig Geld lässt ist unerwünscht. Hier zerren seit Jahren egoistische Interessen an den Befugnissen der Nationalparkverwaltung. Hier versucht die Fremdenverkehrsindustrie und andere Wirtschaftsinteressen immer wieder in die Befugnisse der Nationalparkverwaltung dreinzureden. Mit den derzeit bekannten Höhlen lässt sich so wie bisher kein Geld machen. Die Salzgrabenhöhle wäre wegen ihrer Risikoarmut eine Goldgrube. Versuche diese Goldgrube anzuzapfen gab es.
2) Der wichtigste nachvollziehbare Grund für einen Verschluss, ist die frühere gnadenlose Verschmutzung der Salzgrabenhöhle. Nur die Rechtsgrundlage dagegen scheint zu wackeln. Darum wird dieses Argument kaum schriftlich gebraucht. Diese gnadenlose Verschmutzung hat schon verlogene Argumente hervorgebracht. Besonders die einseitigen Schuldzuweisungen kommen immer aus der selben Ecke und werden durch ständiges wiederholen um keinen Funken wahrer. Das mit der Verschmutzung hat sich stark verbessert. Bei richtiger Zusammenarbeit sind die Verbesserungen sehr stark zu steigern.

Hier möchte ich mich auf Punkt 2) beschränken. Die frühere gnadenlose Verschmutzung der Salzgrabenhöhle wurde sicher nicht von Höhlenforschern in dem Maße verursacht wie leidenschaftlich und falsch argumentiert wird.
Hier wurden Massenauftriebe in die Höhle getätigt. Daneben wurden "just for fun" Feste gefeiert. Das hat sicher nichts mit Höhlenforschung zu tun.
Ein wirkliches Problem stellen die Fäkalien beim Biwak dar. HIER LIESSE SICH MIT HILFE DER HÖHLENFORSCHER ABHILFE SCHAFFEN. Es ist technisch kein Problem, noch mehr Kackhaufen zu vermeiden. Langfristig ist es denkbar sogar die Altlasten rauszutragen. Da es sich hier ja nicht um Gift handelt, sind auch kosmetische Lösungen denkbar. Kosten dafür würden kaum entstehen.
Innerhalb der Höhle befindet sich eine kleine Materialseilbahn. Diese Seilbahn ist eine private Einrichtung, die für die Erforschung erbaut wurde. Zurecht ist es untersagt, dass jeder Besucher diese Seilbahn nutzen darf. Das Haftungsrecht könnte unüberschaubare Probleme bringen. Höhlenforscher haben das Wassergefährdente Altöl rausgetragen, welches die Betreiber der Materialseilbahn als Schmiermittel ungeniert und ungesichert sehr lange Zeit stehen gelassen haben. Hier wurde geredet und geredet und geredet, bis diese mögliche Umweltsauerei von Höhlenforschern still beseitigt wurde. Andere Aktionen zur Müllbeseitigung wurden angeboten. Solche Angebote sind ernst gemeint. Zukünftige Angebote werden folgen.

Die Salzgrabenhöhle ist Deutschlands längste Höhle mit wenig über 9 000 vermessenen Metern. Die Höhle befindet sich im Dachsteinkalk und kann nach menschlichen Zeitvorstellungen als geologisch stabil eingestuft werden. Neue Höhlenteile zu entdecken ist schwer geworden. Dennoch sind die geologischen Voraussetzungen neue große Teile zu erforschen aufdringlich gut. Arbeiten müsste man halt können dürfen.
Hydrologisch entwässert die Salzgrabenhöhle Teile des Simetsbergs und Teile des Steinernen Meers. Im Salzburger Höhlenbuch Band 2 und 6 wird diese Höhle beschrieben. Die Befahrung dieser Höhle in bekannten Teilen ist unterdurchschnittlich risikoarm. Unberechenbare Gefahren gehen nur vom Mühlengang aus. Hier kann ein Wassereinbruch wirklich bedrohlich werden. Diese Höhle ist bestens geeignet risikoarm eine alpine Riesenhöhle kennen zu lernen ohne die Umwelt unverhältnismäßig zu belasten.
Also hier ist das Recht, die Natur besuchen zu dürfen, kaum wegzustreiten. Es ist nur schwer nachvollziehbar, dass diese Höhle immer stärker reglementiert wird. Die bisherige Regelung (bis 1998) wurde allgemein von Höhlenforschern respektiert, weil die Verschmutzungen dadurch zu stoppen waren.
Als Argument für die neue Reglementierungen dient der Vorfall von 07.1997. (Das war kein Unfall.) 14 Leute waren vorübergehend vom Wasser eingeschlossen. An dieser Stelle gibt es zwei bekannte Umgehungen. Die Risikoabwägung der Gruppe, diese Möglichkeiten nicht zu nutzen, war richtig. Ein wenig Warten war die beste und richtige Lösung. Es ist Wissensstand der Ortskundigen, dass von dieser Stelle keine unmittelbare Gefahr ausgeht und das Wasser auch zuverlässig zurückgeht. Die Verhaltensweisen dieser Gruppe können kaum als Fehler bezeichnet werden. Hier wurde in der Höhle besonnen reagiert. Das Selbe gilt für die wenigen wirklichen Helfer in der Höhle (vier oder fünf). Diese Helfer brauchten sich nur von der unkritischen Situation überzeugen. Mehr nicht.
Die Hysterie fand draußen statt. Wer auch immer die vielen hilflosen Hilfsorganisationen gerufen hat, der hat sich dem Nationalpark gegenüber schuldig gemacht. Die gerufenen Helfer waren gesetzlich verpflichtet anzutreten, wenn sie gerufen werden. Darum darf diesen Helfern kein Vorwurf gemacht werden. Es ist schwer nachvollziehbar, dass der verängstigte Anruf einer unzureichend informierten Ehefrau in der Rettungspraxis so viel Gewicht hat, dass alles was so an Rettungsorganisationen existiert, ausrückt. Es gibt den Verdacht, dass die Medien diese sinnlose Lawine an Helfern ins Rollen gebracht haben könnten. Schlimmer wäre es, wenn ein befugter Einsatzleiter diese sinnlose Lawine ausgelöst hätte. Besonders unrühmlich ist hier eine österreichische Höhlenrettung zu erwähnen. Hier gäbe es in Österreich besseres an Höhlenrettern. Dieser Gruppe geilt der Ruf voraus: wo ist die nächste Fernsehkamera, Funkgerät an das Ohr und im Hintergrund am besten ein Hubschrauber und eine Rede halten. Das hat diese Gruppe mit großer Rechnungsstellung hier wider einmal erreicht, ohne etwas Sinnvolles geleistet zu haben.

Schwer ist nachvollziehbar, dass das sinnlose private Hubschraubergeknatter im Nationalpark nicht zu unterbinden war. Richtig scheint, dass mögliche Geldstrafen von solchen Frevlern aus der gut gefüllten Kriegskasse bezahlt werden.
Leider haben die kurz Eingeschlossenen auch eine bestens gefüllte Kriegskasse (Berufsversicherung). Die geforderten Zahlungen hätten fast alle verweigert werden müssen. Statt dessen wurde aus Bequemlichkeit einen Präzedenzfall an Zahlungswilligkeit geschaffen.

Die Verantwortlichen in diesem Gebiet wären gut beraten, sich zu erkundigen, wer in Höhlen wirklich retten kann. Anerkannte Organisationen wie z.B. die Bergrettung, dürfen Hilfen von Fachleuten anfordern. Dazu gehört besonders die Ortskenntnis der Helfer und Höhlenrettungserfahrung und die Unterdrückung der Eifersucht alles selbst zu können.

OFFENER BRIEF AN DIE NATIONALPARKVERWALTUNG  um die neuen Reglementierungen:
Sie habe 1998 ein sehr bedenkliches sicherheitskritisches Zeitfenster um die Salzgrabenhöhle geschaffen. Es dürfen zukünftig in der Regel nur noch Tagesbefahrungen gemacht werden.  Nur die Forschung soll hier Ausnahmebewilligungen erhalten. Je nach Lust und Laune kann aber täglich, das was Forschung ist, umdefiniert werden. In dieser Höhle ist nur schwer bis überhaupt nicht zu unterscheiden, was Forschung ist, ob es sich um Erkundung oder um Ausbildung handelt. Forschung, Erkundung, oder Ausbildung lassen sich besonders in der Salzgrabenhöhle nicht trennen.
Wer nicht gleicher ist, muss sich ewig lange vorher anmelden. Hier wird keine Rücksicht genommen, ob die Wetterlage von einer Befahrung der Salzgrabenhöhle zum Verzicht rät. Die Gruppe, die oft von sehr weit anreist, bekommt keinen Ausweichtermin. Die Gruppen werden zu einer gefährlichen Rennerei genötigt.
Die Genehmigung wurde ja lange vorher erzittert.
Beispiel wie zukünftig die normale Befahrung aussehen würde:    Lange Anreise,  Schlüssel holen,  ein Boot erwischen,  Hochrennen,  ein wenig Höhle erleben,  runterrennen,  hoffentlich das letzte Boot erwischen und Schlüssel abgeben. Nach dieser Rennerei ist die Autobahn dran. Das ist so nicht in Ordnung. Hier wird eine bisher um die Salzgrabenhöhle nicht da gewesene Gefahr produziert.
Für uns ist nur schwer nachzuvollziehen, dass in dem gleichen Verantwortungsbereich Tote in der Watzmann Ostwand hingenommen werden. Gleichzeitig wird die risikoarme Salzgrabenhöhle mit unhaltbaren Sicherheitsargumenten für den Naturfreund und Bürger dicht gemacht.

Um die Salzgrabenhöhle bedarf es einer zeitgemäßen und ehrlichen Ethik. Höhlenforscher würden an einer solchen Ethik gern mitarbeiten.

F & J Obendorf


 

ÖSTERREICHISCHES HÖHLENRECHT

Das jetzige österreichische Höhlenrecht ist zwar ein Witz, aber durchaus geschriebenes Recht. Angefangen hat es mit einem Wahlversprechen, dieses Recht vom Bundesrecht zum Landesrecht zu machen. Keiner weiß so recht, wer da von welchem Teufel geritten wurde. Die Mehrheit der Höhlenforscher findet diese Regelung bescheuert. Europaweit vorbildlich wurde der höhlenkundliche Naturschutz von Wien aus von wirklichen Fachleuten betreut. Die gute Arbeit der Wiener hatte größte internationale Anerkennung. Plötzlich kannte sich keine Sau mehr aus. Die im jeweiligen Land zuständigen Beamten wussten überhaupt nicht, was die neue Regelung soll. Die waren und sind schlicht überfordert. Von fachlicher Kompetenz kann keine Rede sein. So werkelt jedes Bundesland so vor sich hin.
Das Salzburger Höhlenrecht ist das einigermaßen seriöseste. Nur glaube nicht, dass dieses Europafreundlich ist. Grob gesagt, wenn Du als zahlender Tourist auch einmal eine unerschlossene Höhle besuchen willst, dann darfst Du. In dem Moment wenn Du eine geeignete Ausrüstung für Deine Sicherheit dabei hast, geht die mögliche Auslegungsschlacht gegen Dich los. Das könnte ja Forschungsausrüstung sein. Hier darfst Du ohne Genehmigung nicht. Das geht in erster Linie ins Geld. Hier hat die Bürokratie Dich inzwischen als Geldquelle entdeckt. (siehe auch den Absatz das sicherheitskritische Zeitfenster.)


 

ZUGESCHISSENER SCHACHT

Es war einmal eine Jahreshauptversammlung des deutschen Verbandes in Sonthofen. Zu solch einer Jahreshauptversammlung gehören traditionsgemäß Exkursionen. So wurde auch eine Exkursion für eine Schachtbefahrung ausgeschrieben. Die Teilnehmer waren gut ausgerüstet und kamen mit großer Ausrüstung am Schacht an. Der Schacht war randvoll mit menschlicher Scheiße verfüllt. Hier durfte offensichtlich jemand mit staatlichen Segen eine Höhle mit Scheiße verfüllen.


 

FRUSTRIERENDES NAHE DER SAUGASSE

Ein makaberes Erlebnis soll hier geschildert werden. Auf dem Weg vom Kärlingerhaus im Steinernen Meer nach unten hatten wir Zeit und beschlossen die Wasserstelle am Weg vom Müll zu befreien. Es ist unvorstellbar wie viel Müll von den Pflanzen unsichtbar gemacht wird. Wir baten vorbeikommende Bergwanderer um lehre Plastiktüten und baten gleichzeitig mit Müll angefüllte Tüten nach unten zu tragen. Als wir selbst abstiegen überholten wir einige Leute mit den Tüten. Nur die Tüten waren weg. Wir stellten vorwurfsvolle Fragen. Voller Stolz berichtete man uns, dass der frühere Hüttenwirt vom Kärlingerhaus eine Höhle zur Abfallentsorgung beim Wegebau benutzt. Selbstverständlich hat man auch diese Höhe für den Müll der Wasserstelle genutzt. Ein Problembewusstsein war überhaupt nicht vorhanden. Die Leute waren stolz auf ihre Lösung.


 

FLEDERMÄUSE und der Bund für Vogelschutz

Grundsätzlich ist es natürlich richtig Artenschutz zu betreiben. Es ist auch kaum abzulehnen oder gar unmoralisch, wenn Vogelschützer sich Säugetieren annehmen. Blöd geschaut hat unsereins dennoch, als Spendenaufrufe der Vogelschützer für die Fledermäuse in allen wichtigen Zeitungen kamen. (Interessant wäre zu wissen, wer diese Kosten für diese Inserate getragen hat.) An dieser Überraschung sind wir teilweise selbst schuld. Wir selbst haben Leuten, aus unseren eigen Reihen, unrichtige Argumente durchgehen lassen. Argumente wie, dass der Besuch von Höhlen Fledermausarten vernichten könnte. Das ist wissenschaftlich nicht haltbar. Gern haben die Vogelschützer unsere falschen Argumente aufgenommen und als geballte Ladung gegen jeden gerichtet, der in Höhlen geht. Wenige von uns haben lange davor gewarnt, dass solche Unaufrichtigkeit unsere eigene Seriosität untergräbt. Der Faustschlag vom Bund für Vogelschutz gegen uns Höhlenforscher, um uns aus den Höhlen zu vertreiben, ist hier noch das aller kleinste Übel.
Die haben nur unsere falschen und richtigen Argumente einfach übernommen und ihren eigenen Senf draufgesetzt.
Schlimmer kann es kommen, wenn wir Höhlenforscher wegen eigener falscher Argumente dauerhaft unglaubhaft werden.
Richtig ist, dass die einzigen Ernährungsgrundlagen der Fledermäuse außerhalb von Höhlen stark abgebrochen sind. Daran schuld sind die Insektizide in der Landwirtschaft und die Versiegelung unserer Natur und auch die Monokulturen. Fledermäuse ziehen sich im Winter zum Winterschlaf in Höhlen oder ähnliches zurück. Die wenigen von Menschen bekannten Höhlenteile können überhaupt nicht die Masse der Überwinterungsquartiere sein. Zwingend gibt es viele Überwinterungsquartiere die wir nicht kennen und die uns auch immer unzugänglich bleiben. Wer in bekannten Höhlen als Mensch Tieren schadet, der hat einzelnen Tieren geschadet.


 

PREDIGTSTUHLSCHACHT

Irgend wann wurde auf den Predigtstuhl der Gemeinde BAD - Reichenhall eine Seilbahn gebaut. Da oben befindet sich ein großer gastronomischer Betrieb. Bei Sprengungen für den Wegebau verschwand plötzlich ein Baum. Dieser Baum ist in einen beachtlich tiefen Schacht gefallen. Vom Grund des Schachtes ist Wasserrauschen hörbar. Jahrelang wurde dieser Schacht hemmungslos als Müllhalde des gastronomischen Betriebes am Predigtstuhl genutzt. Die Zuständigkeit dürfte in den Bereich des LRA Berchtesgadener Land fallen. Um diese Umweltsauerei aufzudecken habe ich angeregt einen unkritischen Wassermarkierungsstoff  heimlich in diese unmoralische Müllhalde einzuspeisen. Dazu kam es leider nicht. Die Gemeinde BAD - Reichenhall wäre da durch vorgeführt worden, wenn im BAD und KURORT das Wasser plötzlich grün wäre.


 

ETWAS ZUM SCHMUNZELN oder der Amtsschimmel wiehert auch in Österreich
Entnommener Auszug aus den Verbandsnachrichten 05.1998

Zitat:
AKTION "SAUBERE HÖHLEN"
Trotz ziemlicher budgetärer Einschränkungen konnten auch für das laufende Jahr Mittel für diese nun schon traditionelle Aktion der österreichischen Höhlenvereine gesichert werden. Die finanziellen Rahmenbedingungen sind unverändert (siehe frühere Hefte der Verbandsnachrichten), allerdings dürfen die Reinigung nur mehr solche Höhlen betreffen, wo die Verschmutzungen nicht von den Höhlenforschern selbst stammen: dieses wäre eine versteckte Forschungssubvention und fiele daher nicht in das Umweltministerium, sondern in die Länderkompetenz. (Eigentlich sollten Höhlenforscher ihre Abfälle ja ohnedies selbst entsorgen...).
Zitat ENDE
Hier bleibt zu hoffen, dass die Verschmutzer die Art des Schmutzes kennzeichnen, sonst könnte sich ja ein Beamter vom nicht zuständigen Ministerium überarbeiten, oder gar der Untreue im Amt bezichtigt werden.

F & J Obendorf


be